Tag 3: Welch ein Trubel!

Unglaublich was hier los ist! Jeden Tag gibt es tausend spannende Aktionen, Working Group Treffen, Konsultationen, Reden und und und – man kommt überhaupt nicht hinterher sie alle zu besuchen, geschweige denn davon zu berichten. Im Folgenden ein paar Eindrücke unseres dritten Tages.

Wie gestern und vorgestern beginnt unser Tag um 6:15 mit Frühstück (immerhin gibt es echten Kaffee in Südafrika) und um 08:15 sind wir dann in den letzten Tagen auf der Konferenz angekommen (wir haben nur eine Dusche für 9 Leute). Bis 10:00 besuchen wir heute das YOUNGO Treffen (was das ist, siehe weiter unten) und informieren uns über neueste Termine und Aktionen die andere Jugendorganisationen planen.

Kristina (WAGGGS) und Quintin (WOSM) als "Spokes" im YOUNGO Spokes Council

Kristina (WAGGGS) und Quintin (WOSM) als "Spokes" im YOUNGO Spokes Council

 

Direkt im Anschluss finden daran immer die Kurzbesprechungen der Arbeitsgruppen statt. Quintin (SASA) besucht immer die Capacity Building Arbeitsgruppe um dort auch daran mitzuarbeiten, dass außerschulische Bildungsarbeit, wie es die Pfadfinder machen, Anerkennung im Klimaschutz findet. Lars arbeitet bereits seit Montag in der Arbeitsgruppe Wasser mit. Dieses bisher neue Thema findet sich kaum in den Vertragstexten und man arbeitet an einer gemeinsamen Position der Jugendverbände.

Am Vormittag besuchte Magdalena das Fairtrade „Side event“ (das sind Vorträge oder Diskussionsforen, die parallel zu den offiziellen Verhandlungen stattfinden). Auf diesem Event wurden Ansätze vorgestellt, wie das Fairtrade Netzwerk sich im Rahmen von CO² – Handel und Klimafinanzierung engagieren kann. Ein spannender Ansatz ist der Aufbau eines Zertifizierungssystems fuer den CO2 Emissionshandel, so dass auch der Handel mit CO2 Emissionsrechten fair gestaltet werden kann und benachteiligte Menschen in Entwicklungslaendern davon profitieren koennen.

 

 Zwischen Netzwerkarbeit und Expertenwissen

Nach vielen interessanten Gesprächen mit den verschiedenen ehemaligen oder aktiven Pfadfindern am Vormittag in der Nähe unseres Standes, war für Lars erst einmal PC Arbeit angesagt. Man kann sich kaum vorstellen wie viele Emails im Sekundetakt auf den Laptop einprasseln. Da ist es schwer den Überblick zu behalten und die für uns wichtigen Informationen rauszunehmen. Für ein Briefing der Finanzgruppe (YOUNGO) musste er dann auch noch kurzfristig die Idee einer Öko-Micro-Finanz-Transaktion-Steuer in einfacher Sprache auf Englisch und Spanisch formulieren. Was gerade noch passte bevor sich der Energieminister aus Bangladesch angesagt hatte, der zugleich der Chief National Commissioner des Pfadfinderverbandes ist. Jared und Lars hatten aber ein gutes Gespräch mit vielen neuen Ideen.

Jared (WOSM), Quintin (SASA), Lars (DPSG), Jessica (SASA), Amos (WOSM) und vorn: Minister Ajad aus Bangladesh.

Nach einem eiligen Mittagessen (Curry mit Reis) laufen Kaddi und Magdalena rüber in das offizielle Konferenzgebäude um pünktlich zur Pressekonferenz der EU zu kommen. Nachdem wir endlich den Raum gefunden haben heißt es aber dann „sorry – for press only“. Also stehen wir draußen vor der Tür und beobachten alles von einem Videobildschirm aus.

Viel bekommen wir nicht mit, nur dass die EU das Kyoto-Protokoll verlängern möchte. Sie setzen sich auch fuer den Global Climate Fonds ein, es ist aber noch unklar was die EU Delegationen naechste Woche dann noch an Aenderungen haben. Da müssen wir noch mal nachhaken!

Lars war nach dem Mittagessen und weiteren Netzwerken am Stand, wieder in Sachen Wasser unterwegs. Interessante Diskussionen gab es mit der Delegationsmitgliedern der Malediven, Indonesien und den Philippinen. Auch in der nachmittäglichen SABSTA Sitzung wurde den Vertretern in der Diskussion über die Auswirkungen auf Frischwasserressourcen gelauscht und dabei weiter Emails gelesen und beantwortet und Texte vorbereitet. Die Geschwindigkeit einer solchen Sitzung lässt viel Raum für Nebentätigkeiten…

 Schwester und Brüder der Pfadfinderbewegung

Im Anschluss ging es zum Pressekonferenzvorbereitungstreffen mit unserer Schwesterorganisation WAGGGS. Um unsere Ressourcen zu bündeln haben wir der Bitte der Welt-Pfadfinderinnen-Organisation entsprochen und werden am kommenden Freitag eine gemeinsame Pressekonferenz abhalten. Dort werden wir den Forderungen von insgesamt 40.000.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus 171 Ländern der Erde Gehör verschaffen!

 

COP-Plenumssitzung

Am Nachmittag hat es Kaddi auch endlich in ein offizielles Plenum der Conference of Parties geschafft. Der wichtigste Tagesordnungspunkt bestand in den Statements der Vertragspartien zum Bericht des Gremiums, das im Laufe des letzten Jahres  Aufgaben, Arbeitsweisen und Beziehungen zu anderen Gremien des Global Climate Fund(GCF) beraten hat. Das „Transitional Committee“ (TC) wurde vom südafrikanischen Planungsminister Trevor Manuel geleitet. Sowohl Entwicklungsländer, als auch Schwellen- und Industrieländer waren Mitglieder des TC. Minister Manuel lieferte eingangs seinen Bericht ab. Dann folgte eine sehr ausführliche Phase, in der die Vertragsparteien ihre Statements abgeben konnten.

Plenum mit den Vertragsparteien (Foto: flickr/UNFCCC)

Ziel ist, nach der COP17 den Global Climate Fund in Kraft zu setzen. Aber wie bei vielen anderen Themen gibt es auch hier noch große Unklarheiten:

  • Der Bericht, der durch Minister Manuel der COP vorgestellt wurde, wurde bei der letzten Sitzung im Oktober nicht im Konsens angenommen. Die USA und Saudi-Arabien waren nicht einverstanden.
  • Über den Fond soll das Green Climate Board entscheiden. Dieses soll gleichermaßen mit Personen aus Entwicklungs- und Industrieländern besetzt werden (Geber- und Nehmerländer). Unklar ist aber noch, wer darüber hinaus in das Board soll.
  • Weiter Unklarheiten bestehen vor allem hinsichtlich der Finanzierung und darüber, wer das Geld verwaltete. Vorübergehend wurde der GCF bei der Weltbank angesiedelt, damit sind aber vor allem die Entwicklungsländer nicht einverstanden. Die Schweiz hat in ihrem Statement angeboten, die Verwaltung zu übernehmen.

Für die Entwicklungsländer, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, zählt nur: der Fond muss in Durban klar gemacht werden! Finanziell gut ausgestattet mit einem gerecht besetzten Board, einer neutralen Verwaltung und einer klaren Antragsstruktur soll der Fond Gelder für Anpassungsmaßnahmen in besonders betroffenen Ländern bereit halten.

Im Vorfeld rechnen zivilgesellschaftliche VetreterInnen damit, dass ein Gründungungsdokuments zur Operationalisierungs des Green Climate Fund beschlossen werden kann. Auch eine minimale Ausstattung des GCF, um Arbeitsfähigkeit zu garantieren, gilt als wahrscheinlich. Es braucht darüber hinaus noch einen Fahrplan für Besetzung und Zeitplan des Boards sowie eines vorübergehende Sekretariats zur Unterstützung. Wir hoffen, dass sich die offenen Fragen in den nächsten Tagen in informellen Beratungen (die wir leider nicht beobachten dürfen) klären lassen.

Abendprogramm: raus aus dem Konferenzgebäude und Hausaufgaben

Im Anschluss folgten für Lars wieder bis 21.30 Uhr Besprechungen und Textarbeit mit Quintin und Jared im ICC, während die anderen sich in den Spannenden Outdoor-Aktivier Rest der Delegation an der Filmpremiere einer Greenpeace-Dokumentation über die Auswirkungen des Klimawandels in verschiedenen afrikanischen Ländern teilgenommen. Gezeigt wurde: The Weather Gods. Wunderbar!

Schöne Atmosphäre im Greenpeacezelt am Strand

Schöne Atmosphäre im Greenpeacezelt am Strand

Lars ist mittlerweile fast ein Medienstar geworden und bereitet ein weiteres Interview vor – diesmal mit der heimischen Ostseezeitung. Danach heißt es Sachen packen und in unserem schönen Heim weiter werkeln.

 

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Was besprechen die eigentlich bei der COP17?

Überblick gewinnen

Ein wunderbares englischsprachiges Video fasst kurz und knapp zusammen, worum es bei den Klimaverhandlungen geht.

http://www.youtube.com/watch?v=gJ370AgvDMI&feature=youtu.be

Stichwort Anpassung an den Klimawandel

Hochwasser ist als Folge des Klimawandels auch bei uns in Deutschland zu erwarten. (Foto: pixelio/Born)

Die Vertragsparteien haben beschlossen, Programme und Mechanismen einzuführen, um den besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern bei der Anpassung zu helfen. Besonders schwierig sind Anpassungsleistungen nämlich für besonders arme Länder. Anpassung hat für diese Länder verschiedene Dimensionen:

  • Finanzhilfen, um Anpassungspläne zu entwickeln und die notwendigen Maßnahmen umzusetzen
  • Technologietransfer
  • Bildung (sowohl auf Regierungsebene, als auch auf lokaler Ebene)
  • Z.B. Unterstützung bei neuen landwirtschaftlichen Praktiken (Anbau von Sorten, die Hitze oder Wasserknappheit aushalten können, Bereitstellung von Wettervorhersagen für Landwirte)

In diesem Bereich stehen auf der 17. Weltklimakonferenz einige Entscheidungen an. Vor allem ist das die Einrichtung bestimmter Programme und Mechanismen, die auf vorangegangenen Konferenzen entwickelt worden sind, wie z.B. den Anpassungsrahmen von Cancún.

  • Ein Anpassungskommittee soll eingerichtet werden. Zu entscheiden sind die Arbeitsweisen, wie z.B. die Zusammensetzung des Kommittees, Verantwortlichkeiten und seine Beziehungen zu anderen Fördertöpfen und –institutionen sowie die Rolle der Zivilgesellschaft
  • Nationale Anpassungspläne für die ärmsten Länder. Die COP17 soll darüber entscheiden, dieses langfristige Instrument der Klimaanpassung einzuführen. Es bestehen aber noch eine Menge offener Fragen. Unklar ist noch, wie detailliert diese Pläne hinsichtlich ihrer Ziele und Maßnahmen sein sollen.
  • Ein weiterer Punkt sind Programme, die Schäden durch Auswirkungen des Klimawandels beheben sollen. Dafür sollen Empfehlungen für die nächste Weltklimakonferenz entwickelt werden. Diese Programme berühren auch Aspekte von Risikomanagement, langfristige Schäden und die Einrichtung einer Klimaversicherung. Ein besonderer Konflikt besteht bei dieser Frage mit Saudi-Arabien, die als „Schaden durch Klimawandel“ auch ihre möglichen Einkommenseinbußen durch geringere Ölverkäufe erfassen lassen möchten – und dafür entsprechend entschädigt werden möchten.

Kraftwerk zwischen Johannesburg und Nelspruit (Foto: Uwe Bothur)

Ein weiterer zentraler Schwerpunkt sind weiterhin die Minderung von Treibhausgasemissionen (mitigation). Regierungen und Vertragspartner der Klimarahmenkonvention und besonders des Kyotoprotokolls haben sich dazu verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen um einen bestimmten Prozentsatz zu verringern. Üblicherweise wird dabei das Jahr 1990 zugrunde gelegt und der Zeithorizont der Minderung bis 2020 oder 2050 aufgespannt. Es steht außer Frage, dass diese Minderung stattfinden muss. Grundsätzlich wird also nicht mehr über das ob verhandelt, aber noch sehr stark über das wie. Jedes Land muss eine CO2-Minderungsstrategie vorlegen (vgl. COP16/Cancún). Diese Strategien sind sehr komplex – umfassen sie doch alle Wirtschaftsbereiche, Landnutzung, Privathaushalte, Mobilität, Landwirtschaft, Energierproduktion und –verbrauch usw. Heute ist die Verbindung zwischen Treibhausgasemissionen und wirtschaftlicher Leistung sehr stark. Strategien, diesen Zusammenhang umzukehren und die Wirtschaft in eine „green economy“ umzukehren, muss daher Bestandteil jeder Minderungsstrategie sein.

Im Vorfeld dieser Klimakonferenz bestehen folgende Problemfelder:

  • Die Minderungsversprechen, die in Cancún formalisiert wurden, sind ausschließlich freiwillig
  • Das Ausmaß der Reduktionsziele ist sehr unterschiedlich. Der Weltklimarat (IPCC) hat in seinem letzten Bericht[a1]  (2007) deutlich gemacht, dass bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 weltweit 25-40 Prozent weniger Treibhausgasse ausgestoßen werden müssen.
  • Die Reduktionsziele, die bisher ausgesprochen wurden, liegen allerdings oft weit darunter und bewegen sich zwischen 12 und 18 Prozent.
  • Sofern es höhere Versprechen gibt, sind diese meist an Bedingungen geknüpft (z.B. Deutschland, das seine Ziele nur gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten verbindlich festlegen will)

Auf der Klimakonferenz in Durban werden derzeit verschiedene Teillösungen zur Minderung von Treibhausgasen diskutiert:

  • Berechnungsmodelle (z.B. LULUCF), Berichtswesen und
  • Die so genannten „heiße Luft“ soll aus den Reduktionsvereinbarungen gestrichen werden. „Heiße Luft“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Emissionen, die z.B. aufgrund von politischen Veränderungen in Osteuropa nicht angefallen sind, nicht für die Zukunft „anrechenbar“ zu machen. Sondern alle Emissionsmengen müssen ohne Ausnahme nur nach unten gehen.
  • Darüber hinaus müssen die CO2-Minderungsstrategien konkretisiert werden: welche Sektoren sollen einbezogen werden? Wie detailliert sollen die Ziele sein?

Weitere Themen werden wir in den nächsten Tagen aufbereiten.

Tag 1 liegt hinter uns: YUNGO und das Klimafossil

Heute war der erste Tag der 17. Weltklimakonferenz. Wir sind um 7:15 aufgebrochen um pünktlich zum Treffen der Jugendorganisationen (YOUNGO) auf der Konferenz zu sein. Youngo ist ein Forum zur Vernetzung aller Nichtregierungsorganisationen, die weltweit Jugendliche vertreten. http://sites.google.com/site/unfcccyoungo/about-youngo

Erste Sitzung des YUNGO Spokes Council heute morgen

Jeden Morgen treffen sich die YUNGO-Mitglieder zu einem Spokes Council, um die Aktivitäten für den Tag zu besprechen und Kurzberichte aus den verschiedenen Arbeitsgruppen auszutauschen. Es gibt Arbeitsgruppen zu allen Möglichen Themen der Klimarahmenkonvention. Wälder, Menschenrechte, Wasser, Klimafinanzierung, Bildung und, und, und. In all diesen Gruppen arbeiten junge Menschen teilweise seit Monaten, teilweise erst seit wenigen Tagen daran, ihre Interessen in die jeweiligen Verhandlungsteile einzubringen.

Quintin, unser erfahrender Kollege aus der South African Scout Association, arbeitet schon seit 2009 in der Arbeitsgruppe Weiterbildung („capacity building“) mit. Da dieses Thema auch auf der 17. Weltklimakonferenz eine wichtige Rolle spielen wird – vor allem in der Ausgestaltung der Klimaanpassungsprogramme – hat die World Scout Organisation of the Scout Movement als „educational movement“ in dieser Frage durchaus Expertise einzubringen.

Weitere Arbeitsfelder erarbeitet eine Kleingruppe unserer Delegation heute Abend und wird ab morgen die entsprechenden Arbeitsgruppen besuchen.

Hintergrund: Arbeitsgruppen von YUNGO

Arbeitsgruppen – das bedeutet, sich mindestens einmal täglich zu treffen und darauf hinzuarbeiten, mit entsprechenden Formulierungen (z.B. „Besondere Berücksichtigung der Belange von Jugendlichen“) Jugendlichen Eingang in die Entscheidungen zu verschaffen. Hat sich eine Arbeitsgruppe auf eine Formulierung geeinigt, wird diese in einem morgendlichen Spokes Council abgestimmt und dann in die Verhandlungen eingebracht.

Constituency

Da YOUNGO seit heute als zu berücksichtigende Zielgruppe („constituency“) anerkannt und erhält somit auch die Möglichkeit, bei einigen Sitzungen zu sprechen. Somit werden Jugendliche zu bestimmten Treffen eingeladen, die Meinung der Jugendorganisationen zu den verschiedenen Themen in kurzen Ansprachen einzubringen. Darüber hinaus können Arbeitsinhalte durch die vielfältigen Möglichkeiten der Netzwerkarbeit direkt zu den stimmberechtigten Delegierten gebracht werden.  Kommunikationsstärke, Fachwissen, Ausdauer und viele Fußwege und Gespräche sind dann der Weg dorthin!

Kritische Jugendorgansiationen küren das „Fossil of the Day“

Das Climate Action Network International kührt seit einigen Jahren auf jeder Weltklimakonferenz das „fossil of the day“. Sieger/innen sind immer die Verhandlungsparteien, die sich am entsprechenden Tag besonders für rückwärtsgewandte Verhandlungsergebnisse ausgezeichnet haben. Wir haben heute der 1. Zeremonie begewohnt. Die Briten haben den 3. Platz belegt – gleich die beiden ersten Plätze wurden Kanada zugesprochen, da sich die kanadische Regierung bereits im Vorfeld dafür ausgesprochen hat, keinem neuen Abkommen zuzustimmen, was ihnen Reduktionsziele für den Ausstoß von Treibhausgasen zuweist. Diese Form der Kritik finden wir innovativ, lustig und sie regt auf jeden Fall zum Nachdenken an! Weitere Informationen findet ihr hier:

http://climatenetwork.org/fossil-of-the-day

Endlich angekommen!

Lars und Magdalena am Flughafen - herzliche Begruessung

Lars und Magdalena am Flughafen - da fuehlt man sich doch willkommen

Seit 24 Stunden sind wir in Durban. Und haben es jetzt auch schon auf die Konferenz geschafft und als offizielle Teilnehmerinnen registrieren koennen. Aufregend. Bis jetzt ist aber noch nicht viel los und es geht entspannt zu.

Lars, Magdalena und Kaddi vor dem Konferenzeingang

Eigentlich wollten wir gerade unseren Ausstellungsstand aufbauen, aber unser Delegationsmitglied aus Kenya der das Material mitbringt hat den Flieger verpasst… also haben wir jetzt erstmal Zeit zum Kaffeetrinken und Blogschreiben. In Durban ist die Klimakonferenz sehr praesent, ueberall haengen COP17 welcome Plakate, es gibt einen extra eingerichteten Busshuttle durch die ganze Stadt und man wird ueberall herzlich begruesst und angesprochen.

Gleich kommen die Delegationsmitglieder aus Mpumalanga und wir koennen unser Programm fuer die naechste Woche besprechen. Es wird spannend.

Es geht los!

Habe die wunderbare Zugreise von Rostock nach Hamburg hinter mich gebracht und sitze jetzt am Gate B31 und warte darauf, dass British Airways das boarden beginnt. Kaddi und Magdalena warten am Frankfurter Flughafen ebenfalls auf ihren Flug nach London (Wurde mir jedenfalls per SMS so mitgeteilt). Von London geht es dann heute Nacht nach Johannesburg. Ist schon seltsam, dass so viele Menschen rund um die Welt fliegen müssen um das Klima zu retten…

Dann sorgen wir mal dafür, dass es nicht umsonst war:

Durban wir kommen!

Was ist die COP 17 eigentlich?

1992 schlossen viele Staaten auf der Erde einen Vertrag über den Klimaschutz. Dieser Vertrag hieß im Englischen United Nations Framework Convention on Climate Change und hat die Abkürzung UNFCCC. Im Deutschen wird der Vertrag Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen genannt. Der Vertrag wurde am 9. Mai 1992 in New York City verabschiedet, dass heißt, dass sich die Staaten, die den Vertrag schließen wollen, sich auf einen gemeinsamen Text geeinigt haben. Im gleichen Jahr wurde der Vertragstext von 154 Staaten unterschrieben. Im Völkerrecht, wie das Recht zwischen den Staaten und internationalen Organisationen genannt wird, muss ein Vertrag unterschrieben und ratifiziert werden. Meistens unterschreibt der Präsident oder die Präsidentin, Regierungschefin oder Regierungschef oder ein Minister oder eine Ministerin der Regierung feierlich den Vertrag. Mit der Unterschrift sagt die Regierung dann, dass sie mit dem Inhalt des Vertrages übereinstimmt. Damit der Vertrag dann aber auch im Staat Wirkung hat, muss er auch noch ratifiziert werden. Das bedeutet, dass das nationale Parlament, bei uns der Bundestag, dem Vertrag zustimmt. Damit gilt er dann auch wie jedes andere Gesetz im Staat und muss beachtet und eingehalten werden.

Inzwischen haben 194 Staaten, das sind fast alle Staaten auf der Erde, den Vertrag unterzeichnet. Das ist für einen solchen Umweltschutzvertrag schon etwas Besonderes. Mit der Klimarahmenkonvention sagen die Staaten, dass sie nicht wollen, dass unser Klimasystem, wie es jetzt ist, zerstört wird. Man will die Erderwärmung verlangsamen und versuchen, die Folgen der Erwärmung abzumildern.

Leider ist die Klimarahmenkonvention sehr allgemein verfasst und verpflichtet die Staaten nicht ausdrücklich, etwas konkret zu machen. Sie haben in der Klimarahmenkonvention vereinbart, dass Informationen über Treibhausgasemissionen, ihre nationale Klimapolitik und praktische Umsetzungsmöglichkeiten, die sie entwickelt haben, sammeln und austauschen. Zudem sollen alle Staaten sich überlegen, wie sie bei sich im Land Treibhausgasemissionen vermeiden und vermindern. Auch wollen alle Staaten bei der Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels zusammenarbeiten. Da diese Vereinbarungen den Klimawandel praktisch noch nicht aufhalten, treffen sich die Vertragsstaaten jedes Jahr zu einer großen Konferenz, der Vertragsstaatenkonferenz oder auch Weltklimagipfel genannt. Im Englischen heißt Vertragsstaatenkonferenz Conference of the Parties und wird COP abgekürzt. Auf dieser Konferenz versuchen dann alle 194 Staaten, sich auf konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz zu einigen. Da es das 17. Treffen der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention ist, wird es auch COP 17 genannt.

Die bisher bekannteste COP fand 1997 im japanischen Kyoto statt. Dort beschlossen einige der Vertragsstaaten ein zusätzliches Abkommen: das Kyoto-Protokoll. In diesem Protokoll verpflichten sich die Staaten zu konkreteren Maßnahmen, um den Klimawandel aufzuhalten. Ein wichtiger Teil ist die Einführung des Emissionsrechtehandels.

Das Kyoto-Protokoll wurde nur auf eine bestimmte Zeit geschlossen. Es verliert 2012 seine Wirksamkeit. Deshalb ist es auf der COP 17 in Durban sehr wichtig, dass ein Nachfolgevertrag abgeschlossen wird, damit die Staaten auch in Zukunft dafür kämpfen, den Klimawandel aufzuhalten.

Zeitgleich auf der COP treffen sich auch die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls. Diese Treffen werden im Englischen Meetings of the Parties to the Kyoto Protocol genannt und CMP abgekürzt. Da es in Durban das 7. Treffen ist, ist die COP 17 zugleich auch das CMP 7.

Mehr Informationen in Englisch findet ihr auch auf der Homepage der COP17/CMP7:
http://www.cop17-cmp7durban.com/