Was besprechen die eigentlich bei der COP17?

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Ein wunderbares englischsprachiges Video fasst kurz und knapp zusammen, worum es bei den Klimaverhandlungen geht.

http://www.youtube.com/watch?v=gJ370AgvDMI&feature=youtu.be

Stichwort Anpassung an den Klimawandel

Hochwasser ist als Folge des Klimawandels auch bei uns in Deutschland zu erwarten. (Foto: pixelio/Born)

Die Vertragsparteien haben beschlossen, Programme und Mechanismen einzuführen, um den besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern bei der Anpassung zu helfen. Besonders schwierig sind Anpassungsleistungen nämlich für besonders arme Länder. Anpassung hat für diese Länder verschiedene Dimensionen:

  • Finanzhilfen, um Anpassungspläne zu entwickeln und die notwendigen Maßnahmen umzusetzen
  • Technologietransfer
  • Bildung (sowohl auf Regierungsebene, als auch auf lokaler Ebene)
  • Z.B. Unterstützung bei neuen landwirtschaftlichen Praktiken (Anbau von Sorten, die Hitze oder Wasserknappheit aushalten können, Bereitstellung von Wettervorhersagen für Landwirte)

In diesem Bereich stehen auf der 17. Weltklimakonferenz einige Entscheidungen an. Vor allem ist das die Einrichtung bestimmter Programme und Mechanismen, die auf vorangegangenen Konferenzen entwickelt worden sind, wie z.B. den Anpassungsrahmen von Cancún.

  • Ein Anpassungskommittee soll eingerichtet werden. Zu entscheiden sind die Arbeitsweisen, wie z.B. die Zusammensetzung des Kommittees, Verantwortlichkeiten und seine Beziehungen zu anderen Fördertöpfen und –institutionen sowie die Rolle der Zivilgesellschaft
  • Nationale Anpassungspläne für die ärmsten Länder. Die COP17 soll darüber entscheiden, dieses langfristige Instrument der Klimaanpassung einzuführen. Es bestehen aber noch eine Menge offener Fragen. Unklar ist noch, wie detailliert diese Pläne hinsichtlich ihrer Ziele und Maßnahmen sein sollen.
  • Ein weiterer Punkt sind Programme, die Schäden durch Auswirkungen des Klimawandels beheben sollen. Dafür sollen Empfehlungen für die nächste Weltklimakonferenz entwickelt werden. Diese Programme berühren auch Aspekte von Risikomanagement, langfristige Schäden und die Einrichtung einer Klimaversicherung. Ein besonderer Konflikt besteht bei dieser Frage mit Saudi-Arabien, die als „Schaden durch Klimawandel“ auch ihre möglichen Einkommenseinbußen durch geringere Ölverkäufe erfassen lassen möchten – und dafür entsprechend entschädigt werden möchten.

Kraftwerk zwischen Johannesburg und Nelspruit (Foto: Uwe Bothur)

Ein weiterer zentraler Schwerpunkt sind weiterhin die Minderung von Treibhausgasemissionen (mitigation). Regierungen und Vertragspartner der Klimarahmenkonvention und besonders des Kyotoprotokolls haben sich dazu verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen um einen bestimmten Prozentsatz zu verringern. Üblicherweise wird dabei das Jahr 1990 zugrunde gelegt und der Zeithorizont der Minderung bis 2020 oder 2050 aufgespannt. Es steht außer Frage, dass diese Minderung stattfinden muss. Grundsätzlich wird also nicht mehr über das ob verhandelt, aber noch sehr stark über das wie. Jedes Land muss eine CO2-Minderungsstrategie vorlegen (vgl. COP16/Cancún). Diese Strategien sind sehr komplex – umfassen sie doch alle Wirtschaftsbereiche, Landnutzung, Privathaushalte, Mobilität, Landwirtschaft, Energierproduktion und –verbrauch usw. Heute ist die Verbindung zwischen Treibhausgasemissionen und wirtschaftlicher Leistung sehr stark. Strategien, diesen Zusammenhang umzukehren und die Wirtschaft in eine „green economy“ umzukehren, muss daher Bestandteil jeder Minderungsstrategie sein.

Im Vorfeld dieser Klimakonferenz bestehen folgende Problemfelder:

  • Die Minderungsversprechen, die in Cancún formalisiert wurden, sind ausschließlich freiwillig
  • Das Ausmaß der Reduktionsziele ist sehr unterschiedlich. Der Weltklimarat (IPCC) hat in seinem letzten Bericht[a1]  (2007) deutlich gemacht, dass bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 weltweit 25-40 Prozent weniger Treibhausgasse ausgestoßen werden müssen.
  • Die Reduktionsziele, die bisher ausgesprochen wurden, liegen allerdings oft weit darunter und bewegen sich zwischen 12 und 18 Prozent.
  • Sofern es höhere Versprechen gibt, sind diese meist an Bedingungen geknüpft (z.B. Deutschland, das seine Ziele nur gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten verbindlich festlegen will)

Auf der Klimakonferenz in Durban werden derzeit verschiedene Teillösungen zur Minderung von Treibhausgasen diskutiert:

  • Berechnungsmodelle (z.B. LULUCF), Berichtswesen und
  • Die so genannten „heiße Luft“ soll aus den Reduktionsvereinbarungen gestrichen werden. „Heiße Luft“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Emissionen, die z.B. aufgrund von politischen Veränderungen in Osteuropa nicht angefallen sind, nicht für die Zukunft „anrechenbar“ zu machen. Sondern alle Emissionsmengen müssen ohne Ausnahme nur nach unten gehen.
  • Darüber hinaus müssen die CO2-Minderungsstrategien konkretisiert werden: welche Sektoren sollen einbezogen werden? Wie detailliert sollen die Ziele sein?

Weitere Themen werden wir in den nächsten Tagen aufbereiten.

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Über dpsgcop17

Magdalena, Lars and Kaddi - we're the German members of the delegation of the World Organisation of Scout Movement to COP17, taking place from Nov, 28th to Dec, 9th this year in Durban. With our colleagues from South African Scout Association we're going to promote our joint annual campagin "Our World - Our Challenge"! Additionally we're aiming to promote scouting in the community of climate protection NGOs and partners.

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