10. Tag: „We love KP“ – von Ministerreden und Menschenrechten

 „We love KP“ – Aktionstag zum Kyotoprotokoll

Die WOSM-Delegation macht sich stark für das Kyoto-Protokoll

Da gestern intensiv um das Longterm Climate Agreement (Nachfolgeabkommen zum Kyotoprotokoll) gerungen wurde, haben verschiedene NGOs, angeführt vom Aktionsnetzwerk tcktcktck, einen Lobbyingtag für das Kyotoprotokoll ausgerufen. Bereits seit einigen Tagen wurden großzügig T-Shirts mit dem Aufdruck „I love KP“ verteilt. Alle wurden aufgefordert, diese auf jeden Fall innerhalb des ICC und vor alle zwischen 15-16.30Uhr zu tragen. YOUNGO-AktivistInnen haben sich in der Mittagspause und danach zwischen den Gebäuden verteilt und versucht, möglichst viele Delegierte um ihre Unterstützung für ein Nachfolgeabkommen zu bitten. Deshalb fand auch unser Lunchtime-Meeting im ICC, nicht wie sonst entweder draußen oder im Ausstellungsgebäude statt. Dort wurden wir mit unseren „I love KP“-Shirts und Pfadfinderhalstüchern mehrfach fotographiert und somit wahrgenommen.

High Level Segment – Rede Bundesminister Norbert Röttgen

Ein Muss für die DPSG-VertreterInnen war die Rede des Schirmherrn unserer Jahresaktion, Norbert Röttgen, im High Level Segment. Gegen 16Uhr fanden wir uns in Kluft und Halstuch im Plenumsraum ein. Um auch von ganz vorne Bilder machen zu können, ist Lars glücklicherweise die Idee gekommen, sich noch schnell als Pressefotograf akkreditieren zu lassen. Kein Problem – ein rotes Kärtchen wird mit einer Wäscheklammer an sein Delegiertenbadge geklippt und schon darf er in die Pressezone! Der Schlaufuchs!

Verblüffung bei den Delegierten: "I hereby announce that Germany would like to host the Green Climate Fund!"

Verblüffung bei den Delegierten: "I hereby announce that Germany would like to host the Green Climate Fund!"

Nachdem wir Reden der Umweltminister von Moldawien und Costa Rica gehört haben, trat BM Röttgen auf die Bühne. Er verkündete in seiner Rede eine weitere Reduzierung deutscher Kohlendioxidemissionen. Außerdem appelliert er noch einmal nachdrücklich an China und die anderen Schwellenländer, rechtlich bindende Klimaziele zu übernehmen. Die Welt habe sich verändert seit Kyoto 1997. Heute müssten alle großen Kohlendioxid-Produzenten an Bord kommen. Er betonte: „Wir können den Klimawandel nur minimieren, wenn alle Staaten, die große Treibhausgas-Produzenten sind, sich anschließen und ihren fairen Anteil zur Reduzierung beitragen.“ Vor allem aber warb Roettgen für den Grünen Klimafonds. Er will den Sitz der künftigen Klimakasse nach Deutschland holen und dafür als Starthilfe 40 Millionen Euro bereitstellen.
Wir fragen uns: sind dies tatsächlich die in Cancún geforderten zusätzlichen Mittel oder werden die aus anderen Klima- und Entwicklungsförderprogrammen umgeschichtet?

Magdalena und Kaddi im Gespräch mit Bundesumweltminister Röttgen

Nachdem wir dann lange genug an der Ecke herumgehangen haben, an der Röttgen nach seiner Rede auf jeden Fall vorbeikommen musste, fiel sein Blick dann auch wie zufällig auf uns. Mit dem freudigen Ausruf „Ach, die Georgspfadfinder“ steuert er direkt auf uns zu. Dann das klassische Händeschütteln und etwas freundlichem Smalltalk – er erinnert sich noch an seine Schirmherrenschaft für unsere Jahresaktion. Kaddi hat auch geistesgegenwärtig unsere Flyer an den Mann gebracht. Dann geben wir ihm noch mit auf den Weg dass er dafür sorgen möge, dass es zu einem Post-Kyoto Übereinkommen kommt. Und dann wird er auch schon von ARD, ZDF usw weitergezogen, weil sie alle Interviews wollen.

Human Rights Working Group: International Climate Change Court

Simon Matafai, UN-Jugenddelegierter aus NZ, berichtet über Auswirkungen des Klimawandels in seiner Heimat

Simon Matafai, UN-Jugenddelegierter aus NZ, berichtet über Auswirkungen des Klimawandels in seiner Heimat

Die YOUNGO-Arbeitsgruppe, in der Sally seit Anfang der Konferenz mitgearbeitet hat, hatte ebenfalls gestern ihren öffentlichen Auftritt. Bei einem „Klimawandelgericht“ wurden „Hauptschuldige“ mit Opfern des Klimawandels konfrontiert. Neben einem UN-Jugenddelegierten aus Neuseeland, Simon Matafai, berichtete Sally von seinem Erfahrungen von Wetterextremen in Mpumalanga. Jess hingegen spielte die Rolle eines uneinsichtigen Ölunternehmens. Diese Mischung aus realen Erfahrungen und gespielten Statements hat uns und die etwa 50 ZuschauerInnen sehr beeindruckt.

Der Tag endete mit einem wunderbaren veganen Abendessen, das Jess für uns gekocht hat. Kichererbsten-Spinatcurry, Vollkornreis und Ofengemüse mit Hummus – großartig! (Für unseren Mitbewohner Wayne war das vermutlich das erste „bewusste“ vegane Essen seines Lebens!)

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Über dpsgcop17

Magdalena, Lars and Kaddi - we're the German members of the delegation of the World Organisation of Scout Movement to COP17, taking place from Nov, 28th to Dec, 9th this year in Durban. With our colleagues from South African Scout Association we're going to promote our joint annual campagin "Our World - Our Challenge"! Additionally we're aiming to promote scouting in the community of climate protection NGOs and partners.

Ein Gedanke zu „10. Tag: „We love KP“ – von Ministerreden und Menschenrechten

  1. Herr Röttgen ist mir ja immer sympathisch wenn er redet. Nur leider handelt er dann nicht so. Ich weiß noch nicht ob er sich in der Koalition nur nicht durchsetzen kann (und meiner Meinung in diesem Fall nicht energisch genug für seine Themen kämpft) oder ob vieles einfach nur heiße Luft ist. Z.B. redet er von einer ergebnisoffenen Atommüllendlager-Suche auf der weiten Landkarte, verdoppelt aber die Gelder für den weiten Ausbau von Gorleben (unter dem Deckmantel der „Erkundung“).

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