Über dpsgcop17

Magdalena, Lars and Kaddi - we're the German members of the delegation of the World Organisation of Scout Movement to COP17, taking place from Nov, 28th to Dec, 9th this year in Durban. With our colleagues from South African Scout Association we're going to promote our joint annual campagin "Our World - Our Challenge"! Additionally we're aiming to promote scouting in the community of climate protection NGOs and partners.

Fazit: Abkommen vertagt, Klimafond beschlossen – was ist nun zu tun?

So, nun ist also die längste Weltklimakonferenz auch zu Ende. Und was bedeutet das jetzt? Wie bewerten wir das Ergebnis?

Politisches Fazit:

Mit drei zentralen Forderungen sind wir auf der COP17 aufgetreten:

  • Intergenerational responsibility to preserve the earth for our and the future generations
  • Climate mainstreaming (national legislation -> climate in every decision making process)
  • Legally binding and globally fair document to keep global warming below 2°C

Intergenerational responsibility? Da haben wir natürlich stark dran gearbeitet. Zum ersten Mal wird die Jugend im Dokument erwähnt, dass ist bereits ein großer Schritt. Aber solange sich die Staaten immer noch rausnehmen, für ihre derzeitige Entwicklung die Ressourcen der Zukunft aufs Spiel zu setzen und die Lösung oder den Umgang mit dem Schlamassel unserer und der uns folgenden Generationen auszulasten, kann von intergenerationaller Gerechtigkeit kein Reden sein!

Climate mainstreaming? Definitve nein. Ansatz ist scheinbar zu innovativ. Vielleicht hat es ja der ein oder andere mit nach Hause genommen und es findet sich bald in dem ein oder anderen Land wieder.

Legally binding? Kurz und gut, wir waren nicht erfolgreiche. Alles was in Durban herausgekommen ist, ist  eine Vereinbbarung eine „instrument“ mit „legal force“ weiterzuverhandeln.

Globally fair? Die Baustelle ist noch offen. Wir haben den Green Climate Fund, was ein großer Erfolg ist. Doch damit fängt die Arbeit erst an. A fund without funding is no funds. Noch ist nich klar, wie das Geld in den Fund kommt und ob es nicht nur eine nutzlose Hülle bleibt, wie bereits andere Funds vor ihm. Für die Entwicklungskänder ist es wichtig, den GCF seperat von der Weltbank und der GEF zu halten.

Keeping global warming below 2°C? Schwere Frage! Im Moment definitiv nicht. Wenn wir die gemachten Zusagen der Staaten zusammen nehmen, werden wir uns am Ende des Jahrhunderts in einer Welt wiederfinden die im Durchschnitt 4°C wärmer ist als in der vorindustriellen Zeit. Dieses wäre der Durchschnitt. In manchen Gegenden könnte es locker das Doppelte sein. Auf der anderen Seite besteht noch eine kleine Hoffnung. Die Durban Platform könnte ein Werkzeug sein um noch den Kurs auf 2°C zu halten. Aber dafür brauchen wir mehr als das Drehen von kleinen Stellschrauben.

Gesamt-Analyse: Ja, es gab einige Fortschritte. Aber die Texte sind wirklich schwach und nicht sehr ehrgeizig oder visionär. Normalerweise sagt man, dass  ein Fortschritt immer noch ein Fortschritt ist, aber an dieser Stelle  denke ich, es bereits zu spät im Spiel des Lebens, um herum zu lamentieren. Es scheint eher, dass es das Ziel war, den Prozess zu retten, nicht den Planeten zu retten. Das Kyoto-Protokoll wurde zunächst gerettet, ist aber leider in einigen Bereichen schwächer als bisher. Jedoch kann man trefflich sagen, dass  das Kyoto-Protokoll an der Herz-Lungen-Maschine liegt und künstlich am Leben gehalten wird. Wir hoffen, es wir ausreichen um den Weg und Verhandlungen zu bis zu einem neuen Vertrag von  2015 sichern. Den Vereinbarungen fehlen konkrete Maßnahmen zur weiteren Verringerung der Treibhausgase. Durban schließt nicht die Lücke, um den  Temperaturanstieg von unter einer 2° C zu erreichen, den die Staaten in Cancún vereinbart haben. Der Klimarettung-Prozess ist zwar gerettet, aber die Auswirkungen vor allem für die Armen der Welt, für Afrika und die Inselstaaten sind bereits real.  USA, China und Indien haben 2020 als Zeitpunkt gesetzt, ab wann der Deal rechtlich verbindlich wird. Das würde realistisch heißen, dass es sicher zu spät ist, um unser Ziel von unter 2°C zu erreichen. Wenn die Welt bis zum Jahr 2020 wartet, um mit der Reduzierung zu beginnen, müsste das CO2 um 15 Prozent pro Jahr reduziert werden, um die angestrebten 350 ppm zu erreichen. Wir sind aus der Zeit.  Wir hoffen, dass wir nicht Zeugen einer Vereinbarung zur Erhöhung der Temperatur von 3-4°C geworden sind.

Fazit für unsere Jahresaktion:

Our World – Our Challenge: Was bedeutet das Ergebnis von Durban für unsere Jahresaktion und darüber hinaus?

Von Anfang an war das Ziel unserer Jahresaktion 2011, Kinder und Jugendliche dazu zu motivieren, unabhängig von politischen Entscheidungen Klimaschutz in ihrem Alltag umzusetzen. Auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sollten sie sich dafür einsetzen, dass die Belange ihrer und die der zukünftigen Generationen in politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden.
Dafür hat sich auch die WOSM-Delegation in Durban eingesetzt.

Da die Entscheidung für ein rechtlich verbindliches und faires Abkommen nun weiter hinaus geschoben wurde, müssen wir unsere Anstrengungen in den nächsten Jahren verstärken. Wir haben gemerkt, dass Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf internationalen Konferenzen positiv wahrgenommen werden. Immerhin vertreten WOSM und WAGGGS gemeinsam 40 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit. Wir müssen dafür sorgen, dass die Stimmen dieser Kinder und Jugendlichen auch Gehör finden. Dafür ist es unserer Meinung nach unbedingt notwendig, dass sich WOSM am Beispiel von WAGGGS orientiert und sich aktiver in die politischen Prozesse einmischt. Dabei sein und zugucken genügt nicht mehr!
Das kann vor allem deshalb gelingen, weil viele Entscheidungsträgerinnen und -träger als Jugendliche selbst Pfadfinderinnen und Pfadfinder waren. Nutzen wir diese Netzwerke!

Auch die DPSG sollte sich deutschlandweit stärker in die Klimanetzwerken auf lokaler, regionaler und Bundesebene einbringen. Gemeinsam mit KLJB und BDKJ müssen wir unsere Verantwortung für die Schöpfung und die Interessen von Kindern, Jugendlichen und zukünftigen Generationen ernsthaft vertreten.

Verantwortung der Kirche

Gottesdienst in Westernohe (Foto: DPSG)

Eine Lektion aus „Our World – Our Challenge“ und der enttäuschenden Ergebnisse der COP17 muss darin bestehen, die Verantwortung für das Klima in kirchliche Gremien einzubringen. Die katholische Kirche hat als weltweite Kirche die einzigartige Chance, Christinnen und Christen von Tuvalu bis Togo, von Deutschland bis Djibuti, von China bis Chile zu vereinen. Die gemeinsame Zukunftsaufgaben „Klimaschutz“ und „Klimagerechtigkeit müssen daher raus aus wohlfeilen Erklärungen und hinein in die politische und seelsorgerische Praxis der Kirche! Hier ist es auch an uns, kritisch zu hinterfragen, wo die Kirche zu eng mit den Mächtigen und finanziell Einflussreichen zusammen arbeitet, statt sich für die Belange der Armen und besonders vom Klimawandel betroffenen Menschen einzusetzen.

 Politisches Handeln als zentrale Säule pfadfinderischen Lebens

Kinder und Jugendliche vertreten - WAGGGS-Tanzaktion auf der COP17

Durch den auf der 74. Bundesversammlung verabschiedeten klimapolitischen Antrag[1] verpflichten wir uns dazu, das Prinzip „Learning by doing“ auch auf den Klimaschutz anzuwenden und bei uns selbst anzufangen. Klimaschutz in die Gruppenstunden, Sommerlager per Fahrrad, Bus oder zu Fuß müssen Normalität werden. Unsere Bildungshäuser sollen zu Leuchttürmen nachhaltigen Wirtschaftens in ihrer Region werden – auch und gerade unter Berücksichtigung knapper finanzieller Mittel. Denn der Klimawandel wird uns noch teurer zu stehen kommen, wenn wir nicht heute damit anfangen, ihn möglichst gering zu halten!

In unserer Ordnung steht:

„Die DPSG praktiziert und fördert politisches Handeln, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen weltweit zu wahren, für Frieden in Nah und Fern einzutreten, für Gerechtigkeit zu sorgen und die Natur zu schützen.“
(Ordnung der DPSG, S.13)

Dies möchten wir durch unserer Erfahrungen in Durban noch einmal besonders hervorheben. Es lohnt sich für Kinder und Jugendliche, sich für Klimaschutz zuhause und anderswo einzusetzen! Den meisten Politikerinnen und Politikern (sowie WirtschaftsvertreterInnen und anderen LobbyistInnen) ist klar, dass es bei diesem Thema nicht mehr um ihre Generation geht. Sie brauchen unbedingt den Anschub von Kindern und Jugendlichen, um gute Entscheidungen mit langfristigen Wirkungen zu fällen! Gibt es diesen Schub nicht, fällen sie (wie in Durban geschehen), Entscheidungen die ihren Förderern und Wählern jetzt und heute zuhause nutzen. Das Recht der zukünftigen Generationen – insbesondere in Entwicklungsländern – auf eine freie Entfaltung ihres Lebens, müssen wir lautstark einfordern.
Umsonst und ohne Arbeit wird es das nicht geben.

Danke und Weitermachen!

Allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs möchten wir hier noch einmal ausdrücklich danken! Eure Kommentare haben uns sehr gefreut und Mut gemacht.

Wir hoffen, dass wir euch dafür begeistern konnten, euch mit dem Thema auseinander zu setzen. Bitte legt heute noch mit euren Klimaschutzbeitrag in eurem Alltag los!

Sofort geht das, indem ihr noch ein paar Aktionen in der Jahresaktionswette anpackt: http://www.dpsg.de/aktionen/jahresaktion2011/Aktionen.53.0.html
Punkte sammeln könnt ihr noch bis Ende des Jahres, Aktionen eintragen noch bis Ende Februar 2012!

Weitere Informationen findet ihr im Netz unter

Netzwerken: www.klima-allianz.de
Infos für Kinder: http://www.bmu-kids.de

Methoden für die Gruppenarbeit:
http://www.dpsg.de/aktionen/jahresaktion2011/Methoden-fuer-Gruppen.34.0.html

Klimaschutz im Alltag:
–         Den eigenen CO2-Ausstoß berechnen: http://uba.klima-aktiv.de/umleitung_uba.html
–         Klimaschutz für VerbraucherInnen: http://www.verbraucherfuersklima.de

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10. Tag: „We love KP“ – von Ministerreden und Menschenrechten

 „We love KP“ – Aktionstag zum Kyotoprotokoll

Die WOSM-Delegation macht sich stark für das Kyoto-Protokoll

Da gestern intensiv um das Longterm Climate Agreement (Nachfolgeabkommen zum Kyotoprotokoll) gerungen wurde, haben verschiedene NGOs, angeführt vom Aktionsnetzwerk tcktcktck, einen Lobbyingtag für das Kyotoprotokoll ausgerufen. Bereits seit einigen Tagen wurden großzügig T-Shirts mit dem Aufdruck „I love KP“ verteilt. Alle wurden aufgefordert, diese auf jeden Fall innerhalb des ICC und vor alle zwischen 15-16.30Uhr zu tragen. YOUNGO-AktivistInnen haben sich in der Mittagspause und danach zwischen den Gebäuden verteilt und versucht, möglichst viele Delegierte um ihre Unterstützung für ein Nachfolgeabkommen zu bitten. Deshalb fand auch unser Lunchtime-Meeting im ICC, nicht wie sonst entweder draußen oder im Ausstellungsgebäude statt. Dort wurden wir mit unseren „I love KP“-Shirts und Pfadfinderhalstüchern mehrfach fotographiert und somit wahrgenommen.

High Level Segment – Rede Bundesminister Norbert Röttgen

Ein Muss für die DPSG-VertreterInnen war die Rede des Schirmherrn unserer Jahresaktion, Norbert Röttgen, im High Level Segment. Gegen 16Uhr fanden wir uns in Kluft und Halstuch im Plenumsraum ein. Um auch von ganz vorne Bilder machen zu können, ist Lars glücklicherweise die Idee gekommen, sich noch schnell als Pressefotograf akkreditieren zu lassen. Kein Problem – ein rotes Kärtchen wird mit einer Wäscheklammer an sein Delegiertenbadge geklippt und schon darf er in die Pressezone! Der Schlaufuchs!

Verblüffung bei den Delegierten: "I hereby announce that Germany would like to host the Green Climate Fund!"

Verblüffung bei den Delegierten: "I hereby announce that Germany would like to host the Green Climate Fund!"

Nachdem wir Reden der Umweltminister von Moldawien und Costa Rica gehört haben, trat BM Röttgen auf die Bühne. Er verkündete in seiner Rede eine weitere Reduzierung deutscher Kohlendioxidemissionen. Außerdem appelliert er noch einmal nachdrücklich an China und die anderen Schwellenländer, rechtlich bindende Klimaziele zu übernehmen. Die Welt habe sich verändert seit Kyoto 1997. Heute müssten alle großen Kohlendioxid-Produzenten an Bord kommen. Er betonte: „Wir können den Klimawandel nur minimieren, wenn alle Staaten, die große Treibhausgas-Produzenten sind, sich anschließen und ihren fairen Anteil zur Reduzierung beitragen.“ Vor allem aber warb Roettgen für den Grünen Klimafonds. Er will den Sitz der künftigen Klimakasse nach Deutschland holen und dafür als Starthilfe 40 Millionen Euro bereitstellen.
Wir fragen uns: sind dies tatsächlich die in Cancún geforderten zusätzlichen Mittel oder werden die aus anderen Klima- und Entwicklungsförderprogrammen umgeschichtet?

Magdalena und Kaddi im Gespräch mit Bundesumweltminister Röttgen

Nachdem wir dann lange genug an der Ecke herumgehangen haben, an der Röttgen nach seiner Rede auf jeden Fall vorbeikommen musste, fiel sein Blick dann auch wie zufällig auf uns. Mit dem freudigen Ausruf „Ach, die Georgspfadfinder“ steuert er direkt auf uns zu. Dann das klassische Händeschütteln und etwas freundlichem Smalltalk – er erinnert sich noch an seine Schirmherrenschaft für unsere Jahresaktion. Kaddi hat auch geistesgegenwärtig unsere Flyer an den Mann gebracht. Dann geben wir ihm noch mit auf den Weg dass er dafür sorgen möge, dass es zu einem Post-Kyoto Übereinkommen kommt. Und dann wird er auch schon von ARD, ZDF usw weitergezogen, weil sie alle Interviews wollen.

Human Rights Working Group: International Climate Change Court

Simon Matafai, UN-Jugenddelegierter aus NZ, berichtet über Auswirkungen des Klimawandels in seiner Heimat

Simon Matafai, UN-Jugenddelegierter aus NZ, berichtet über Auswirkungen des Klimawandels in seiner Heimat

Die YOUNGO-Arbeitsgruppe, in der Sally seit Anfang der Konferenz mitgearbeitet hat, hatte ebenfalls gestern ihren öffentlichen Auftritt. Bei einem „Klimawandelgericht“ wurden „Hauptschuldige“ mit Opfern des Klimawandels konfrontiert. Neben einem UN-Jugenddelegierten aus Neuseeland, Simon Matafai, berichtete Sally von seinem Erfahrungen von Wetterextremen in Mpumalanga. Jess hingegen spielte die Rolle eines uneinsichtigen Ölunternehmens. Diese Mischung aus realen Erfahrungen und gespielten Statements hat uns und die etwa 50 ZuschauerInnen sehr beeindruckt.

Der Tag endete mit einem wunderbaren veganen Abendessen, das Jess für uns gekocht hat. Kichererbsten-Spinatcurry, Vollkornreis und Ofengemüse mit Hummus – großartig! (Für unseren Mitbewohner Wayne war das vermutlich das erste „bewusste“ vegane Essen seines Lebens!)

Oeffentlichkeitsarbeit

Heute Morgen bestand die Konferenz  vor allem geschlossene Treffen, in denen die Delegationen dann unter sich ausmauscheln, was sie nun wirklich tun wollen. Da wir dort aber sowieso nicht hineinkommen, haben Quintin und Magdalena die Gelegenheit ergriffen, das Netzwerk der Jugendorganisationen dabei zu unterstuetzen einen kurzen Film ueber die Konferenz und vor allem die Jugendaktivitaeten zu drehen – und das Ganze fand am Strand statt (wir haetten natuerlich aber auch an einem anderen Ort mitgemacht :-)).

drei Woelflinge fuer den Niedlichkeitsfaktor

drei Woelflinge fuer den Niedlichkeitsfaktor

 
Youngos planen den Film

Youngos planen den Film

Endlich auch mal am Strand
Endlich auch mal am Strand

Wir haben dafuer ein kurzes Interview ueber die Pfadfinder und unsere Aktivitaeten (insbesondere die Jahresaktion) gegeben und dann vor allem lauthals dabei geholfen das Suedafrika Lied zu singen. Und noch ein paar Fotos gemacht. Das war mal eine richtig schoene Aufgabe und so haben wir doch noch geschafft immerhin die Fuesse kurz im Meer zu baden (bei 28 Grad Lufttemperatur und Sonne war das Wasser schoen erfrischend).

Tag 9: Aktiv und Wortgewandt

Treue LeserInnen unseres Blogs wissen: jeder Tag beginnt mit dem YOUNGO-meeting um 8:30Uhr[a1] !

Kommunikation mit und ohne Worte
Die erfahrenen VeranstaltungsleiterInnen begrüßen neue Mitglieder, führen in die Zeichensprache ein. Neben verbalen Beiträgen und Visualisierung über Beamer und Laptop kommuniziert der YOUNGO spokes council über die Zeichensprache, die z.B. auch die Demokratiebewegung in Spanien (Real Democratia Ya!) und die Occupy-Bewegung auf ihren Plena nutzen.

Ein „L“ mit Daumen und Zeigefinger heißt „Language“ – ich habe das nicht verstanden.

Twinkling“ - Erhobene Hände, Finger bewegen bedeutet „Ja, ich stimme zu!“

  • Ein „C“ geformt mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger bedeutet „Clarification“: bitte erkläre dein Statement noch einmal in anderen Worten!

Ein „T“ mit beiden Händen heißt „technical“ – etwa wie Geschäfts-ordnungs-antrag

Vorteil: verbale Äußerungen, RednerInnenlisten werden deutlich reduziert. Die gesamte Gruppe wird einbezogen und besonders die Bedürfnisse nach Erläuterungen können sofort geklärt werden. Sehr demokratisch!

Nikolaus

Am 6. Dezember ist Nikolaus – auch wenn draußen schon ab 4.30Uhr die Sonne aufgeht und es heute 30Grad war. Gestern Abend hat Kaddi die unsere gesamte Delegation aufgefordert, die Schuhe an die Eingangstür zu stellen. Das stieß bei einigen Mitgliedern durchaus auf gewisses Misstrauen.

Aber für alle hat Niklaus etwas in die Schuhe gelegt. Für die südafrikanischen Delegationsmitglieder war das eine große Überraschung. Und ein lustiger Start in den Tag. 🙂

Aktionstag

Jessica is kicking out Coal

1. „Kick Coal  out of CDM“
Clean Development Mechanism ist eigentlich dafür gedacht, in erster Linie in Entwicklungsländern Energieprojekte zu fördern. Naheligend wäre, sich vor allem auf die Produktion und Verteilung von erneuerbaren Energien zu konzentrieren. Derzeit ist es aber noch so, dass auch Kohlekraftwerke finanziert werden können. Das Argument ist meist – wie wir es auch aus Deutschland kennen – dass dieses neue Kraftwerk effizienter sind, als die bestehenden und sie deshalb den Kriterien des CDM entsprechen. Die Arbeitsgruppe CDM setzt sich dafür ein, die Förderung für Kohleprojekte zu beenden, da sie nicht zum Klimaschutz beitragen. Wenn die Emissionen weltweit zurück gefahren werden müssen, ist eine derart langfristige Investition in fossile Energien nicht zukunftsfähig!
(Infos über Kohle findet ihr auch auf http://www.die-klima-allianz.de)

Gruppenfoto der YOUNGO-AG "Wasser" bei ihrer gestrigen Aktion

Gruppenfoto der YOUNGO-AG "Wasser" bei ihrer gestrigen Aktion

2. Wasseraktion „Don’t leave COP17 thirsty!“
Auch Lars‘ Arbeitgruppe, die sich dafür einsetzt, dass Süß- und Salzwasserthemen im Rahmen der Klimaverhandlungen mehr Raum erhalten, hat gestern eine Aktion durchgeführt. Ozeane und Süßwasserressourcen sind extrem von den Auswirklungen des Klimawandels betroffen. Die Jugendlichen auf dem Jamboree haben in ihrer Resolution 8 „Water for all“ ihrer Fordererungen im Bezug auf Wasser gestellt. Darin bringen sie ihre Sorge über die in vielen Ländern geringere Niederschlägsmengen, Dürren und Wasserknappheit für viele Menschen zu Ausdruck. Dies ein wichtiges Anliegen.

Sally hat sich intensiver mit der Eröffnung des High Level Segments beschäftigt und uns abends ein super Briefing darüber gegeben, was die VIPs in ihren Eröffnungsreden präsentiert haben.
Bald geht unsere Zeit in Durban zu Ende und wir planen schon den Farewell-Abend. Mit einigen Gästen aus der Region Durban, die uns super unterstützt haben, werden wir bei einem Grillabend unseren Abschied feiern.


 [a1](Ihr dürft also immer um 7.30Uhr wenn ihr vielleicht beim Frühstück sitzt oder schon in der Bahn auf dem Weg in die Uni oder so – an uns denken! Zeitverschiebung, is klar… J)

Klimademo und Demokultur in Suedafrika

Heute ist globaler Klimaaktionstag und gleichzeitig der letzte Tag der ersten Woche und der Vorverhandlungen. Die Stimmung hier auf der Konferenz ist eher ruhig, man merkt auf allen Seiten eine grosse Erschoepfung, sogar eine gewisse Niedergeschlagenheit…  bis jetzt scheint es noch keinen Durchbruch bei den Verhandlungen gegeben zu haben, trotzdem betonen alle Verhandlungsparteien immer wieder ihre grosse Bereitschaft zu Einigung und auch die Wichtigkeit einer Verlaengerung der Kyoto Zusagen ist allen bewusst und wird immer wieder betont (unter anderem von uns – siehe unten).

Ausserhalb der Konferenz stellt sich die Lage anders dar. Die Menschen fangen an wuetend zu werden. Insbesondere unter den NGOs (das sind Organisationen der Zivilgesellschaft, die also weder mit der Regierung noch mit Firmen zu tun haben – wie die Pfadfinder z.B.) gibt es viele Menschen direkt aus Suedafrika oder anderen afrikanischen Laendern die sagen, dass bei ihnen schon Auswirkungen des Klimawandels spuerbar sind. Die Leute hier – so wie ja auch viele Menschen ueberall in der Welt wollen verbindliche Beschluesse sehen. Heute morgen war Magdalena auf der grossen Klimademo in Durban – es war sehr beeindruckend.  Seit der Ueberwindung der Apartheid gibt es in Suedafrika eine besondere Demonstrationskultur, die sehr machtvoll und gewaltig auftritt. Die Stimmung auf einer solchen Demo ist ganz anders als man es aus Deutschland kennt. Zuerst faengt es mit sehr emotionalen Reden an, die ohrenbetaeubend laut verstaerkt werden, die in der Rhetorik und im Tonfall sehr aggressiv sind. Ich habe eine enorme Wut wahrgenommen, die da transportiert wurde. Die Menschen sind wuetend ueber die Politker die zu keiner Einigung kommen und wollen dafuer kaempfen dass der Klimawandel gestoppt wird. Vor allem aber auch die Ungerechtigkeit, dass die Menschen unter dem Klimawandel leiden, die ihn nicht verursacht haben, macht die Menschen wuetend. Dann beginnen die Menschen zu stampfen und sich langsam hin und her wogend rhythmisch vorwaerts zu bewegen. Es gibt einen bestimmten Rhythmus dem alle folgen, so dass sich die Menge wie ein grosses Tier einheitlich mit diesem Stampfen vorwaerts bewegt. Das wirkt von aussen sehr bedrohlich und machtvoll. Als sich die Menge dann langsam vorwaerts bewegt und mehr und mehr Parolen in Zulu gerufen werden, bekomme ich das Gefuehl nicht mehr einschaetzen zu koennen was da alles herumgeschrien wird. Weil ich hier in der Stadt und in dieser Kultur fremd bin, weiss ich nicht was passiert wenn die Situation eskaliert, da ich die Stimmung als sehr aggressiv aufgeladen wahrnehme. Deshalb beschliesse ich an diesem Punkt die Demonstration zu verlassen, aber das war auf jeden Fall ein beeindruckendes Erlebnis zu sehen, wie stark und machtvoll eine entschlossen Menschenmenge sein kann!

MarionettenBlick vom Konferenzzentrum aus auf die Demo

Tag 5: YOUNGO Speech, Presskonferenz, Zwischenreflexion

Tag 5 der COP17 – auch dies wieder ein voller Tag. Aber es wurde auch spürbar, dass die 1. Woche zu Ende ist. Einige NGOs bleiben nur eine Woche, auch die jungen KollegInnen der WAGGGS-Delegation werden morgen ihre Koffer und Rucksäcke packen und den Heimweg antreten.

Pressekonferenz. Auf dem Podium: Linnea (Schweden), Quintin (Südafrika), Thusi (Südafrika) und Amos (WOSM Africa Region, Kenia)

Heute hatten wir daher noch unsere gemeinsame Pressekonferenz. Hier haben wir deutlich gemacht, was Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon jetzt weltweit tun, um die Treibhausgasemissionen zu mindern. Und auch noch einmal unterstrichen, dass wir es als Aufgabe der Jugendorganisationen ernst nehmen, für intergenerationale Gerechtigkeit einzutreten.

Diesen Aspekt hat Quintin auch schon heute morgen bei der  so genannten „Intervention“, einer kurzen Ansprache der Ad-hoc-working-group für die Verlängerung des Kyoto-Protokolls angemerkt.

Neben den Vorbereitungen für den Weltozeantag und eine dazu gehörige Aktion der YOUNGO-Watergroup, für die sich Lars verantwortlich zeigt und dem Besuch von offiziellen Sitzungen und Side-events (Lena), galt es auch noch, die Zwischenreflexion vorzubereiten (Kaddi). Morgen wird uns nämlich das erste Delegationsmitglied, Jared (WOSM) verlassen.
Abends stand erneut eine Filmpremiere von Greenpeace auf dem Programm. Ein Teil der Delegation hat sich Räder gemietet. Leider konnten wir keine Bilder machen, denn: auf der linken Seite Rad fahren ist gar nicht so leicht! 😉

Auch morgen erwartet uns ein spannender Tag: ein weiterer globaler Klimaaktionstag (wir hatten ja schon einen im September) wird mit einer großen Demo begangen, die nachher in einer Party enden soll. Wir hoffen, dass alles gut geht!

Morgen mehr – Gute Nacht!